14.August – grosse 100 Jahre Seglerhaus – Yardstickregatta des Clubs
August 16th, 2010Bedingungen: 6-10 Knoten aus West, die Schauer hörten ca. 1/2 Stunde vor dem Start auf, es war Wannseebahnzeit!
Eigentlich sollten der Tornado und der A-Cat unsere härtesten Widersacher sein, doch nach einem halbwegs gelungenen Start liessen wir diese schnell hinter uns. Schnell zeigte sich, wer heute unser ärgster Widersacher sein wollte: Finns!
zum Thema:…Finns sind auch wirklich schnelle Schiffe…zumindest nach berechneter Zeit jedenfalls (dieses Zitat stammt nicht von mir!). 10 Minuten vor uns gestartet in der langsameren Startgruppe, hatten wir zwei dieser übrigens in den 50ern designten und in den letzten 10 Jahren mit Kohlefaser “aufgepimpten” Boote jedenfalls erst nach Mitte des 1.Vorwindganges (gesegelt wurden 2 Dreiecke und eine Diagonale) als letzte “direkte” Widersacher um den Titel “First Ship home” gestellt. Obwohl dies kein wirkliches Duell war, probierte der erste Finn, Philipe Fischer mit der Segelnummer GER 500, ein wirklich schwachsinniges und gefährliches Manöver, um uns den Weg Vorwinds zu verlegen. Schwachsinnig, weil ein VW Käfer auf dem Nürburgring noch nie einen Ferrari aufhalten konnte, gefährlich, weil ein Kapitän auf einem Ozeandampfer nicht die gleiche Rundum-Sicht wie auf einem aussenbordbetriebener Tender hat. O.K., mal den Ärger ob dieses Schwachsinns geschluckt: Wie eigentlich immer als schnelleres Boot versuchten wir uns freizuhalten und ca. 30 Meter luvwärts von Ihm zu passieren, aber dank irgendeiner penetranten Glocke im Hinterkopf warnte ich meine Mitsegler, Philipp Nocke und Julius Adomeit vom Team Berlinsyndikat, den Finnsegler im Auge zu behalten. Und wirklich: In der Tat luvte er plötzlich während unserer Annäherung ohne Ankündigung immer weiter an, um dann den Versuch zu machen, uns bis in den Wind hinein abzustellen. Unüberlegt und gefährlich dazu, denn hinter 95 qm Genaker könnte er sich sogar nackt ausziehen und wir würden es nicht bemerken, als Steuermann bin ich immer auf die Beobachtungen, Ansagen und Einschätzungen meiner Mitsegler angewiesen, 95 qm Genaker verhindern mir wirklich jeden Blick nach Lee, Sheet und Bowman sehen wenigstens 10 % der leeseitigen Fläche.
Naja, etwas übermotiviert, der gute Philipe Fischer (Name ist nicht verunglimpft, so steht er in der VSaW-Meldeliste wirklich), aber glücklicherweise konnten wir rechtzeitig reagieren und dann fehlte dem Guten schnell komplett der Wind. Kurz in den Wind geschossen und vorbei, eine Sache von 10 Sekunden, dann war der Spuk vorbei und meiner Gastcrew hatte es schlicht die Sprache verschlagen. Der Rest war dann weniger aufregend und ein Rennen gegen die Uhr.
Am Ende stand für uns eine Zielzeit von 1h09 Minuten, für den 2. eine Zeit von 1h43 zu Buche. Das reichte uns auch nach berechneter Zeit mit 1min40 bzw fast 5 Minuten Vorsprung auf 2 Finns auf den Plätzen zum Sieg in diesem prestigereichen clubinternen Duell vor 48 anderen Schiffen. Schön, wenn man die 18er mal nicht als Sturzpatrouille vom Dienst, sondern als heisse Rennmaschinen mit großem Spassfaktor vorstellen konnte. Es wurde noch ein schönes Fest und der Dank gilt der Crew um Wettfahrtleiter Robert Niemczewski, die wirklich einen guten Job gemacht haben und das Möglichste aus den Bedingungen herausgeholt haben.
Euer Skippi








